In den letzten Jahren hat der zunehmende Einsatz von Telearbeit die traditionelle Bürolandschaft verändert und bietet beispiellose Flexibilität und Komfort. Dieser Wandel hin zur Telearbeit bringt jedoch auch eine Reihe von Herausforderungen mit sich, insbesondere im Bereich der Cybersicherheit. Während sich Unternehmen an den virtuellen Arbeitsplatz anpassen, müssen sie wachsam sein, um die verschiedenen Cybersicherheitsrisiken zu erkennen und zu bekämpfen, die sensible Informationen gefährden und die Integrität ihrer Betriebsabläufe untergraben können.
In diesem Beitrag beleuchtet MetaCompliance einige der Probleme, die die Arbeit im Homeoffice für die Cybersicherheit mit sich bringt, und zeigt auf, wie sich die Sicherheitsherausforderungen im Zusammenhang mit der Telearbeit bewältigen lassen.
Das Problem mit der Telearbeit und der Sicherheit
- Eine Umfrage der British Chambers of Commerce (BCC) und von Cisco unter 1.000 britischen Unternehmen ergab, dass mehr als die Hälfte der Unternehmen der Ansicht war, durch die Arbeit im Homeoffice Cybersicherheitsrisiken ausgesetzt zu sein.
- Einem Bericht zufolge sind 20 % der Unternehmen der Ansicht, dass eine Datenpanne auf einen Remote-Mitarbeiter zurückzuführen ist.
- Der Bericht „Verizon Mobile Security Index“ ergab, dass 79 % der Befragten befürchten, dass Veränderungen in den Arbeitsabläufen die Cybersicherheit eines Unternehmens beeinträchtigen. Der Bericht beleuchtet zudem das Thema Sicherheit mobiler Geräte und Remote-Arbeit, wobei 52 % der Befragten zugaben, die Sicherheit mobiler Geräte (und IoT-Geräte) zu vernachlässigen, um „die Arbeit zu erledigen“.
- Auch die Richtlinien zur Cybersicherheit werden angepasst, damit Mitarbeiter im Homeoffice ihre Arbeit ungehindert verrichten können. Eine Umfrage ergab, dass 26 % der befragten britischen Unternehmen ihre Richtlinien zur Cybersicherheit gelockert hatten, um den Mitarbeitern die Arbeit im Homeoffice zu erleichtern.
Wo liegen die Sicherheitsrisiken bei der Arbeit von zu Hause aus?
Mitarbeiter, die von zu Hause oder aus der Ferne arbeiten, bringen neue Risiken mit sich; dabei handelt es sich in der Regel nicht um unbekannte Risiken. Zu den Bereichen, in denen Cyberrisiken auftreten können, gehören:
Persönliche Geräte
Einevom britischen Ministerium für Kultur, Medien und Sport (DCMS) durchgeführteUmfrage zum Thema „Cybersicherheitsvorfälle 2022“zeigt, dass 45 % der Unternehmen ihren Mitarbeitern gestatten, private Geräte wie Laptops für berufliche Aufgaben zu nutzen. Probleme ergeben sich dabei, wenn keine Aufsicht oder Kontrolle über diese Geräte besteht.
Wenn ein Gerät beispielsweise zum Senden und Empfangen von geschäftlichen E-Mails verwendet wird, sind Sie dann sicher, dass es sich bei den empfangenen E-Mails nicht um Phishing-Angriffe oder Betrugsversuche handelt?
Nehmen wir ebenfalls an, Ihr IT-Team ist nicht in der Lage, sicherzustellen, dass mobile Geräte auf dem neuesten Stand sind und alle Patches installiert sind. In diesem Fall können Sicherheitsrisiken entstehen, Daten können nach außen gelangen und Malware kann in Ihr Unternehmensnetzwerk eindringen.
Ungesicherte Heimgeräte und Netzwerke
Ungesicherte Heimnetzwerke können zu einem Einfallstor für Cyberkriminelle werden und zur Offenlegung sensibler Daten führen. Cyberkriminelle durchsuchen das Internet nach ungesicherten Netzwerken und nutzen jegliche Sicherheitslücken aus, darunter Standardpasswörter auf IoT-Geräten sowie WLAN-Router oder Router, auf denen keine Sicherheitspatches installiert sind.
Ebenso sollten WLAN-Drucker nicht außer Acht gelassen werden. Eine unsichere Verbindung zu einem WLAN-Drucker öffnet ebenfalls Cyberkriminellen Tür und Tor. Auch hier können Schwachstellen bei Druckern dazu führen, dass das Heimnetzwerk angreifbar wird. Eine Studie von Quocirca mit dem Titel „Print Security Landscape 2022“ ergab, dass 68 % der Unternehmen aufgrund von Sicherheitslücken im Druckbereich Datenverluste erlitten haben.
Internetnutzung und regelwidriges Verhalten
Das Sprichwort „Aus den Augen, aus dem Sinn“ bringt auf den Punkt, wie Veränderungen im Verhalten und in der Internetnutzung eines Mitarbeiters zu Hause zu Sicherheitsbedenken führen. Einem Bericht von Avanti zufolge gaben 66 % der IT-Fachkräfte an, dass durch die Online-Telearbeit vermehrt Sicherheitsprobleme auftraten. Zu diesen Sicherheitsproblemen zählten bösartige E-Mails, regelwidriges Verhalten von Mitarbeitern sowie Software-Schwachstellen.
Eine weitere Studie zum Sicherheitsverhalten von Mitarbeitern im Homeoffice ergab, dass riskantes Verhalten in der häuslichen Arbeitsumgebung häufiger auftrat, beispielsweise das Unverschlossenlassen des Computers, wenn dieser unbeaufsichtigt war. Die Studie wurde während der Covid-19-Pandemie durchgeführt und kam zu dem Schluss, dass„Maßnahmen zur Förderung des Wohlbefindens und zur Aufklärung erforderlich sind,um Personen, bei denen das Risiko einer problematischen Internetnutzung (PIU) besteht, dafür zu sensibilisieren, wie sie die verschiedenen Arten von Cyberkriminalität im Zusammenhang mit COVID-19 erkennen können.“
Gemeinschaftsräume
Risikoreiches Verhalten, wie beispielsweise das Offenlassen sensibler E-Mails und Dokumente auf einem unbeaufsichtigten Computer, kann in Wohngemeinschaften Sicherheitsrisiken mit sich bringen. Gemeinsam genutzte Räume können zu gemeinsam genutzten Geräten werden, und wenn diese Geräte bei einer Unternehmens-App oder einem Unternehmensnetzwerk angemeldet sind, kann dies dazu führen, dass ein Unternehmen gegen gesetzliche Vorschriften verstößt oder anfällig für Cyberangriffe wird. Sicherheitsbedenken im Zusammenhang mit der Arbeit im Homeoffice sollten auch Coworking-Spaces umfassen – eine Studie ergab, dass 23 % der Beschäftigten in Coworking-Spaces Sicherheitsbedenken hatten.
Welche Sicherheitsmaßnahmen können dazu beitragen, die Sicherheit von Mitarbeitern im Homeoffice und im Außendienst zu gewährleisten?
Es gibt verschiedene Maßnahmen, die ein Unternehmen ergreifen kann, um die Sicherheit seiner Mitarbeiter im Homeoffice zu verbessern:
Ein VPN bereitstellen
Ein virtuelles privates Netzwerk (VPN) ist ein wertvolles Tool, das eine sichere Verbindung zwischen einem Nutzer und einem Netzwerk bzw. dem Internet herstellt. So kann beispielsweise ein Mitarbeiter mit einem korrekt konfigurierten VPN E-Mails und andere Daten sicher senden und empfangen. Ein VPN schützt jeglichen Datenverkehr, selbst wenn das Heimnetzwerk unsicher ist. Weitere Informationen zu den Vorteilen der Nutzung eines VPN finden Sie in unserem Blogbeitrag„3 Gründe, warum Sie ein sicheres VPN benötigen“.
Schulungen zur Sensibilisierung für Sicherheitsfragen, die auch Heimarbeiter einbeziehen
Ein im Oktober 2022 vom britischen Parlament veröffentlichter POST-Bericht zum Thema„Die Auswirkungen von Fernarbeit und Hybridarbeit auf Arbeitnehmer und Organisationen“kommt zu folgendem Schluss:
„Untersuchungen deuten darauf hin, dass Herausforderungen im Bereich der Cybersicherheit durch unzureichende Schulungen und eine geringere Einhaltung der Richtlinien zur Informationssicherheit durch die Mitarbeiter aufgrund mangelnder Unterstützung seitens des Unternehmens entstehen können.“
Die Arbeit im Homeoffice birgt besondere Herausforderungen, und dies muss sich in den Schulungen zur Sicherheitssensibilisierung widerspiegeln. Stellen Sie daher sicher, dass Ihr Schulungsprogramm zur Sicherheitssensibilisierung den Schwerpunkt auf die Arbeit im Homeoffice und die damit verbundenen Sicherheitsanforderungen legt. Zu den typischen Themenbereichen, über die Homeoffice-Mitarbeiter im Rahmen der Schulungen zur Sicherheitssensibilisierung aufgeklärt werden sollten, gehören:
- Achten Sie darauf, keine vertraulichen Informationen offen auf dem Bildschirm stehen zu lassen.
- Bleiben Sie nicht in Apps angemeldet, wenn Sie sich nicht an Ihrem Arbeitsplatz befinden.
- Richtlinien zur Passwortverwaltung und zum aufgeräumten Schreibtisch.
- Halten Sie berufliche und private Geräte nach Möglichkeit voneinander getrennt.
- Die Bedeutung der Nutzung eines VPN.
- Ihre Rolle beim Datenschutz.
- Geräte und Software auf dem neuesten Stand halten.
- Halten Sie sich auch zu Hause an die Sicherheitsrichtlinien.
Wenden Sie strenge Zugriffskontrollrichtlinien an
Der Zugriff auf Unternehmensanwendungen und das Netzwerk sowohl im Homeoffice als auch im Remote-Betrieb muss nach Grundsätzen wie dem Prinzip der geringstmöglichen Zugriffsrechte verwaltet werden. Eine robuste Zugriffskontrolle muss jedoch auch fester Bestandteil der allgemeinen Homeoffice-Praxis werden.
So muss beispielsweise der Zugriff auf Geräte durch biometrische Verfahren oder eine sichere PIN geschützt werden. Ebenso muss der Zugriff auf einen Computer im Homeoffice durch strenge Zugriffskontrollen mit biometrischen Verfahren oder sicheren Passwörtern gesichert sein. Der Zugriff auf Apps sollte mittels Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) erzwungen werden.
Sicheres WLAN
Auch bei Verwendung eines VPNs sollte die Absicherung des WLANs als bewährte Vorgehensweise gewährleistet sein. Um ein WLAN-Netzwerk abzusichern, erstellen Sie ein Informationspaket zum Thema WLAN-Sicherheit, um sicherzustellen, dass Ihre Mitarbeiter über die erforderlichen Informationen verfügen, um:
- Ändern Sie das Standard-WLAN-Passwort und aktualisieren Sie das Passwort regelmäßig.
- Verwenden Sie für den Namen des WLAN-Netzwerks keine persönlichen oder identifizierenden Angaben und wählen Sie einen anonymisierten Namen
- Aktivieren Sie die Netzwerkverschlüsselung auf WLAN-Routern, z. B. WPA und WPA2.
- Sorgen Sie dafür, dass Ihre Router stets auf dem neuesten Stand sind.
Da immer mehr von uns auf Remote-Arbeit oder Homeoffice umsteigen, ist es von entscheidender Bedeutung, Cyberkriminellen, die unsichere Praktiken ausnutzen, den Zugang zu verwehren. Achten Sie bei der Erstellung von Sicherheitsrichtlinien darauf, den besonderen Herausforderungen der Arbeit im Homeoffice und der damit verbundenen Sicherheit besondere Aufmerksamkeit zu widmen. Ebenso ist es unerlässlich, die Mitarbeiter durch Schulungen zu befähigen, ihre Arbeitsumgebung zu Hause oder im Büro zu schützen.