Wie man mit Ransomware-Angriffen umgeht
Veröffentlicht am: 10 März 2020
Zuletzt geändert am: 17 Dez. 2025

Ransomware ist eine der schwerwiegendsten Bedrohungen für die Cybersicherheit, mit denen Unternehmen heute weltweit konfrontiert sind. Ihre Auswirkungen können verheerend sein und zu Betriebsunterbrechungen, finanziellen Verlusten und einer langfristigen Schädigung des Rufs führen.
Cyberkriminelle haben ihren Fokus von Privatpersonen auf Unternehmen, öffentliche Einrichtungen und kritische Dienste verlagert, wo der potenzielle finanzielle Gewinn weitaus größer ist.
Jüngste Untersuchungen zeigen, dass Ransomware-Angriffe auf Unternehmen dramatisch zugenommen haben. Innerhalb eines Jahres sind die Vorfälle um über 363 % gestiegen. Allein im Jahr 2019 wurden weltweit mehr als 61 Millionen Ransomware-Angriffe entdeckt, was deutlich macht, wie weit verbreitet und hartnäckig diese Bedrohung ist.
Zu den Branchen, die am häufigsten ins Visier genommen werden, gehören die Kommunalverwaltung, das Bildungswesen, die Technologiebranche, das Gesundheitswesen, die verarbeitende Industrie, Finanzdienstleistungen und Medienunternehmen. Kein Sektor ist jedoch immun. Jede Organisation, unabhängig von ihrer Größe oder Branche, muss proaktive Maßnahmen ergreifen, um das Risiko eines Ransomware-Angriffs zu verringern.
Trotz der wachsenden Bedrohung unterschätzen viele Unternehmen immer noch die Schwere von Ransomware. Oft wird erst nach einem größeren Angriff ausreichend Zeit, Budget und Ressourcen in die Cybersicherheit investiert. Leider ist der Schaden zu diesem Zeitpunkt meist schon angerichtet.
Was ist Ransomware?
Ransomware ist eine Form von Malware, die den Zugriff auf Systeme oder Daten blockiert, indem sie Dateien verschlüsselt und eine Lösegeldzahlung für deren Freigabe verlangt. Die Zahlungen werden in der Regel in Kryptowährungen wie Bitcoin gefordert, was die Rückverfolgung von Transaktionen erschwert.
Die Angreifer setzen oft strenge Fristen für die Zahlung fest. Wenn das Lösegeld nicht innerhalb des festgelegten Zeitrahmens gezahlt wird, kann die Forderung steigen oder die verschlüsselten Dateien werden dauerhaft gelöscht.
Einige Ransomware-Varianten sind in der Lage, sich schnell über Netzwerke zu verbreiten. Ein bemerkenswertes Beispiel ist der WannaCry-Angriff aus dem Jahr 2017, der Hunderttausende von Geräten in mehr als 150 Ländern infizierte und erhebliche Störungen verursachte, einschließlich weitreichender Ausfälle im britischen NHS.
Wie bekommen Sie Ransomware?
Ransomware gelangt in der Regel über Phishing-E-Mails mit bösartigen Links oder Anhängen in die Systeme. Diese E-Mails sind so gestaltet, dass sie legitim erscheinen und sich oft als vertrauenswürdige Organisationen oder Kollegen ausgeben. Sobald ein Link angeklickt oder ein Anhang geöffnet wird, installiert sich die Malware und beginnt, Dateien zu verschlüsseln.
Andere Verbreitungswege sind kompromittierte Remote Desktop Protocol (RDP)-Verbindungen, bösartige oder infizierte Websites, Wechseldatenträger wie USB-Laufwerke und sogar Social Media Messaging-Plattformen.
Was im Falle eines Ransomware-Angriffs zu tun ist
1. Isolieren Sie infizierte Rechner
Trennen Sie sofort alle mutmaßlich infizierten Geräte vom Netzwerk, indem Sie Wi-Fi und Bluetooth deaktivieren und die Netzwerkkabel abziehen. So können Sie verhindern, dass sich die Ransomware auf andere Systeme ausbreitet.
2. Benachrichtigen Sie Ihr IT-Sicherheitsteam
Alarmieren Sie sofort Ihr IT- oder Cybersicherheitsteam, damit es Ihren Reaktionsplan für den Vorfall aktivieren kann. Eine strukturierte Reaktion stellt sicher, dass Beweise gesichert werden, die Bedrohung eingedämmt wird und die Wiederherstellungsmaßnahmen effizient durchgeführt werden.
3. Identifizieren Sie den Typ der Ransomware
Die Identifizierung des Ransomware-Stamms kann dabei helfen festzustellen, wie sie sich verbreitet, welche Dateien betroffen sind und ob Entschlüsselungs-Tools verfügbar sind. Verschlüsselnde Ransomware ist wesentlich schädlicher als Varianten, die den Bildschirm sperren.
4. Mitarbeiter informieren
Kommunizieren Sie klar mit Ihren Mitarbeitern über den Vorfall, die zu erwartenden Störungen und die nächsten Schritte. Transparenz hilft, Panik zu vermeiden und stellt sicher, dass die Mitarbeiter während der Reaktion die korrekten Sicherheitsverfahren befolgen.
5. Anmeldedaten ändern
Setzen Sie alle Benutzer- und Administratoranmeldedaten sofort zurück. Gestohlene Anmeldedaten ermöglichen es Angreifern, sich seitlich im Netzwerk zu bewegen und Backups zu kompromittieren.
6. Machen Sie ein Foto von der Lösegeldforderung
Nehmen Sie die Lösegeldnachricht mit einem mobilen Gerät auf. Dies kann ein wertvolles Beweismittel für Strafverfolgungsbehörden, Versicherer und forensische Untersuchungen sein.
7. Benachrichtigen Sie die Behörden
Melden Sie den Vorfall der Polizei und, falls zutreffend, der ICO. Gemäß der DSGVO müssen Organisationen, die mit Daten von EU-Bürgern umgehen, die ICO innerhalb von 72 Stunden nach einem qualifizierten Verstoß benachrichtigen.
8. Zahlen Sie niemals das Lösegeld
Die Zahlung eines Lösegelds ermutigt zu weiteren kriminellen Aktivitäten und bietet keine Garantie für die Wiederherstellung der Daten. Unternehmen, die zahlen, sind außerdem eher wieder Ziel von Angriffen.
9. Aktualisieren Sie die Sicherheitssysteme
Führen Sie eine vollständige Sicherheitsüberprüfung durch und stellen Sie sicher, dass alle Systeme gepatcht und auf dem neuesten Stand sind. Regelmäßige Updates verringern das Risiko, dass Angreifer bekannte Schwachstellen ausnutzen.
10. Wiederherstellung aus Backups
Zuverlässige, aktuelle Backups sind für die Wiederherstellung unerlässlich. Die Einhaltung der 3-2-1-Backup-Regel stellt sicher, dass Daten wiederhergestellt werden können, ohne dass Sie Lösegeld zahlen müssen.
Wie Sie Ransomware-Angriffe verhindern können
- Bieten Sie Ihren Mitarbeitern regelmäßige Schulungen zum Thema Cybersicherheit an.
- Sichern Sie wichtige Daten häufig und testen Sie Wiederherstellungsprozesse.
- Schränken Sie die Benutzerrechte ein, um die Verbreitung von Malware zu reduzieren.
- Wenden Sie Software-Updates und Sicherheits-Patches umgehend an.
- Installieren und warten Sie Antiviren- und Endpunktschutz-Tools.
- Scannen Sie ein- und ausgehende E-Mails auf Bedrohungen.
- Vermeiden Sie es, auf unbekannte Links zu klicken oder verdächtige Anhänge herunterzuladen.
- Konfigurieren Sie Firewalls, um bösartige IP-Adressen zu blockieren.
- Verwenden Sie sichere Passwörter und aktivieren Sie die Multi-Faktor-Authentifizierung.
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Umgang mit Ransomware-Attacken - FAQs
Was ist die Hauptursache für Ransomware-Angriffe?
Phishing-E-Mails sind der häufigste Einstiegspunkt für Ransomware. Sie verleiten Benutzer oft dazu, bösartige Links oder Anhänge zu öffnen.
Sollte ein Unternehmen jemals Lösegeld für eine Ransomware zahlen?
Nein. Die Zahlung des Lösegelds ist keine Garantie für die Wiederherstellung der Daten und erhöht die Wahrscheinlichkeit künftiger Angriffe.
Kann Ransomware ohne Bezahlung entfernt werden?
In einigen Fällen, ja. Je nach Ransomware-Stamm kann eine Wiederherstellung durch Backups oder verfügbare Entschlüsselungs-Tools möglich sein.
Wie können sich Unternehmen am besten vor Ransomware schützen?
Regelmäßige Mitarbeiterschulungen, starke E-Mail-Sicherheit, aktuelle Systeme und Phishing-Simulationen gehören zu den wirksamsten Präventionsmaßnahmen.